Marketenderinnen

Marketenderinnen

Sprecherin: Nadja Krichausky

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Wenn die Marketenderinnen der Roten Funken auftreten, werden sie oft gefragt, worauf sich der Name bezieht und warum sie ebenfalls eine Uniform tragen. Für die Antwort muss man etwas ausholen:

Bei den im Spätmittelalter aufkommenden Söldnerheeren (Berufsheeren) und später im dreißigjährigen Krieg war es üblich, das jedes Fähnlein der Landsknechte einen eigenen Marketender (lat. mercatante = Händler, Kaufmann) hatte. Ein Fähnlein war eine Unterformation eines Landsknechtsregiments. Jedes Fähnlein bestand aus mehreren Rotten. Als Einheit umfasste das Fähnlein um die 400 Landsknechte. An der Spitze stand der Hauptmann oder Kapitän. Das Fähnlein war quasi der Vorläufer der heutigen Kompanie.

Da es den Söldnern nicht verboten war zu heiraten, nahmen sie oft Frau und Kind auf ihren weiten und lang andauernden Heerzügen mit. Während dieser Zeit verdingten sich diese Frauen als Marketenderinnen. Marketender oder Marketenderinnen versorgten das Heer, als Händler und Händlerinnen, mit Lebensmittel, Tabak und Gebrauchsgegenständen. Doch gerade die „brave“ Marketenderin tat noch viel mehr, sie betreute die Soldaten im Lager, kochte, flickte Kleidung und kümmerte sich um viele Dinge des alltäglichen Lagerlebens. Doch besonders nahm sie sich der Kranken und Verwundeten an. Viele Soldaten verdankten nicht zuletzt der heilkundigen Pflege einer Marketenderin ihr Leben. Ihre Kleidung setzte sich praktischerweise zum Teil aus abgelegten Uniformteilen zusammen.

Das Leben einer Marketenderin bestand also aus viel harter Arbeit und war immer in Gefahr, da auch der Tross nicht von Gefechten und Geschützfeuer verschont blieb. Literarisch wurde die Marketenderin durch Berthold Brechts „Mutter Courage“ weltberühmt gemacht. Erst im 19. Jahrhundert als das stehende Heer auch in Friedenszeiten Bestand hatte und in Kasernen untergebracht wurde verschwand durch strenge Reglements das Bild der Marketenderin aus dem Militärwesen.

Wir, die Marketenderinnen der Roten Funken, wollen mit unserem kleinen Exkurs geschichtsinteressierten Menschen das Leben einer „braven“ Marketenderin in den Wirren der damaligen Kriege und in einer rauen Männerwelt zeigen, um an diese tapferen Frauen zu erinnern.

Getreu diesem geschichtlichen Vorbild sehen wir es nicht als unsere alleinige Aufgabe an, Blickfang in der ersten Reihe zu sein, obgleich ein kleines Danke auch uns erfreut. Es ist uns ein Bedürfnis zum Gelingen der Gemeinschaft beizutragen, indem wir aktiv mitarbeiten, eigene Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen.

Die Marketenderinnen sind, wie der Name schon sagt, dass Versorgungscorps der Roten Funken. Eine kleine aber gut organisierte Truppe die immer gerne hilfreich zur Seite steht wenn diese benötigt wird. Wie das bei den Roten Funken üblich ist, trifft man sich nicht nur in der Karnevalszeit sondern auch jeden letzten Dienstag im Monat zum Marketenderinnen-Stammtisch, wo dann alle wichtigen zu erledigenden Dinge besprochen werden.